Warum niemand mehr bei Walter essen will

 

 

Wie das nun mal in Tanzania so ist, wenn man dort als Mzungu (Weißer) lebt, gehört zu jedem Haushalt afrikanisches Personal. Neben dem Koch meist auch ein Gärtner und der Nachtwächter. Unter uns Wazungus wird es dabei wohl auch immer jene "ganz reizenden" Zeitgenossen geben, die sich pausenlos darum sorgen, das schwärzere Personal könnte sich an ihrem "Reichtum" vergreifen und tut es. Einer davon war Walter Bergmann; Zitat Walter: "Alle Afrikaner klauen und sowieso!" Auch seine Frau Frieda kannte sich aus, mit Sätzen wie diesem: "Hier wäre es ja herrlich, gäbe es nur nicht so viele Schwarze!" Wenn Frieda vom Personal redete, sprach sie gar von ihren "Knechten". Eines Tages entdeckte Walter bei seinen ständigen Kontrollgängen jene Cognacflasche im Store-Room zu neuem Verdacht: "Da war gestern noch mehr drin!" Hatte er es doch gewusst! - Zuerst einmal einen Markierungstrich, sorgfältig zu aktuellem Innenpegel und auf die Flasche! Endlich, zwei Tage später, Tatort Store-Room, Cognacflasche: Da fehlte doch schon wieder was! Diesmal öffnete Walter die Flasche und dann seine Hose und sorgte pinkelnd dafür, dass der Inhalt deutschgeeichter Markierung wieder entsprach. Diesen Vorgang wiederholte er mehrfach sehr engagiert in den nächsten zwei Wochen. Auch erzählte er jedem, der es nicht hören wollte, schadenfroh hämisch die Story samt Quintessenz: "Koch Mwamedi trinkt Urin bald pur und purer!" Und, was die absolute Krönung sei, der Depp merke es nicht einmal! ...Nie zuvor (und hernach!) sah man Walter je so viel grinsen. Irgendwann platzte ihm aber der Kragen, und er stellte Mwamedi zur Rede: "Sag mal, ist Dir eigentlich klar, was Du die ganze Zeit trinkst, wenn Du mir heimlich die Cognacflasche im Store-Room vernascht?" Mwamedi, überrascht und sich keiner Schuld bewusst, wusste nur eines zur Klärung: "Bwana, Herr! Du weisst doch aber, ich bin gläubiger Moslem und trinke bestimmt keinen Tropfen Alkohol! ...Diese Flasche nehme ich nur zum Kochen."

Wir besuchen Walter seitdem mehr zum Barbecue als gar nicht.

 

 

 

 

 

In Tanzania

 

Frau Linda, ihrerzeits Sekretärin der Deutschen Botschaft in Tanzania, plagten seit Wochen heftigste Rückenschmerzen. In weher Verzweiflung wandte sie sich samt Übergewicht und ihren 61 Lebensjahren an einen europäischen Orthopäden. In Tanzania. So hatte man es dort und ihn ihr empfohlen. Nach Verabreichung diverser Spritzen riet der Facharzt ihr koryphäeisch, sie solle es doch zusätzlich einmal mit Akupunktur versuchen. Natürlich kannte er auch und sofort einen originalchinesischen Spezialisten und bot beflissen an, einen Termin für sie und zum Hausbesuch zu verabreden. In Tanzania. Und schon nächstentags klingelte es bei Frau Linda und an der Haustür, von asiatischen Zehenspitzen so erreicht. War es, so müssen wir uns heute fragen, der fernöstliche Respekt vor ihrem reifen Lebensalter? Gar vor ihrer gesellschaftlichen Stellung? Oder lag es daran, dass bei Frau Linda niemand zu Wort kam? Allenfalls, wenn sie denn mal Luft holte? Oder waren es vielmehr die 120 Kilogramm Lebendgewicht, verteilt auf ihre 1,80 Meter, die dem schmächtigen Chinesen von Anfang an so gar keine Chance liessen? Das Unheil jedenfalls nahm seinen Lauf: Frau Linda, wortreich ob ihrer Freude über diesen prompten Hausbesuch, zog engagiert den Asiaten bis in ihr Schlafzimmer hinter sich her und sodann sich selber aus. Bald lag sie bereit und nackt auf dem Bett. Vor ihm. In Tanzania. Der Chinese rührte sich jedoch und fassungslos nicht von der Stelle. Seine Gesichtsschlitze waren erstaunt zu Augen aufgerissen! Auch machte er so keinerlei Anstalten, Nadeln für die Akupunktur aus der Tasche zu holen! Erst als er vor lauter Verlegenheit ein leises Chinesenkichern anfing, fiel endlich auch Frau Linda auf, dass irgend etwas in Tanzania nicht stimmte. ?Warum fangen Sie denn nicht an?? fragte sie verunsichert nunmehr und ihn. ?Ähhmm, ...Entschuldigung, ...ich bin der Fahrer von der Chinesischen Botschaft und überbringe Ihnen eine Einladung des Konsuls für den Empfang morgen Abend in seiner Residenz." Frau Linda ist dieser Einladung übrigens nie gefolgt.

 

Rückenschmerzen hielten sie wohl ab.

 

 

 


   

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